Mareike Fiege und Viktoria Mletzko   Foto © Erich Saar

„Träumerisch legt der Totengräber die Zangen an, lalala geht auch.“ 

(Dirk Spelsberg)

Das Theaterlabel fiege_mletzko wurde von den beiden aus Münster stammenden Theatermacher:innen Mareike Fiege und Viktoria Mletzko gegründet. Kurz nachdem sie jeweils eigene Regiearbeiten im Theater im Pumpenhaus gezeigt hatten, entstanden in erster gemeinsamer Zusammenarbeit Konzeption und Antrag für eine Doppelregie für Becketts Warten auf Godot  ein Stück welches bis heute nicht zur Aufführung gekommen ist. Aus Gründen, für die wir vielleicht noch bis zum Jahr 2059 ausharren müssen.

Die erste, öffentlich gezeigte Regiearbeit des jungen Labels ist Keuschheit und Vernunft von Dirk Spelsberg (†), welches im April 2019 im Theater im Pumpenhaus zur Aufführung kam. Das Stück zeugt bereits von vielem, was nun künstlerisch, sprachlich und ästhetisch in der Arbeit des Labels weitergeführt wird: die detaillierte Beschäftigung mit dunklen Zuständen der Psyche, Abarbeitungsprozesse an literarischen Vorlagen, Formen von Hölle und Ewigkeit, Zeit als Loop.

Ein weiterer Ansatz, den das Label seit seinen Anfängen kontinuierlich verfolgt, ist es, junge professionelle Kunstschaffende spartenübergreifend in ihren Produktionen zusammenzubringen bzw. explizit Kooperationen mit Künstler:innen einzugehen, deren Ästhetiken das Label fasziniert, die jedoch nie zuvor selbst am Theater mitgewirkt haben. Begonnen mit einer Videoinstallation von Jan Philipzen für Keuschheit und Vernunft ist der Bildende Künstler und Musiker Yasin Wörheide, der bei Der Planet Trillaphon im Verhältnis zur Üblen Sache sein bühnenbildnerisches Debut hatte, fest in die Arbeit des Labels integriert. „Trillaphon“ feierte im Oktober 2021 im Theater im Pumpenhaus Premiere und ist außerdem in enger Kooperation mit dem Schauspieler Nils Hohenhövel entstanden.
Es gehört zum Selbstverständnis des Labels mit der Besetzung der Positionen zu experimentieren und künstlerisch im Kollektiv mit den jeweiligen Teams der Inszenierungen zusammenzuarbeiten.

Beide Arbeiten wurden vom Kulturamt der Stadt Münster gefördert und vom Theater im Pumpenhaus koproduziert.

 

Mareike Fiege

Mareike Fiege studierte Philosophie/Germanistik in Münster und absolviert derzeit den Masterstudiengang Szenische Forschung an der Ruhr-Universität Bochum. Fiege arbeitet als freie Regie und inszenierte in Münster zwischen 2016 und 2021 Stücke für Cactus Junges Theater. Fiege ist außerdem als Produktions- und Regieassistenz tätig, u.a. war in der Spielzeit 2019/20 als Gastassistenz im Schauspiel Dortmund. Vornehmlich betreute Fiege in diesem Zuge jedoch Produktionen der Freien Theaterszene in Münster und im Ruhrgebiet, zuletzt 2022 während des FAVORITEN Festivals und der Ruhrtriennale. Für fiege_mletzko übernimmt Fiege Regie und Produktionsleitung.

 

Viktoria Mletzko

Viktoria Mletzko hat Germanistik und Theaterwissenschaft in Mainz studiert, sowie den Masterstudiengang Kulturpädagogik/-management in Mönchengladbach. Seit 2015 ist sie Teil des Betriebsbüros im Theater im Pumpenhaus; dort zeigte sie zudem ihre eigene Arbeit narziss (2016). Hospitanzen führten sie an das Theater Münster (Stefan Otteni/2013), an das Staatstheater Mainz (Jan-Christoph Gockel/2015) und das Staatstheater Wiesbaden. Nach ihrer Tätigkeit im Künstlerischen Betriebsbüro des internationalen Kunstfestivals Ruhrtriennale unterstützt sie die freie Kulturszene in Organisation, Konzeption und Produktionsmanagement, u.a. die international arbeitende Tanzkompanie bodytalk. Für fiege_mletzko übernimmt Mletzko Regie, Dramaturgie und Produktionsleitung.

© 2022 FIEGE_MLETZKO